Die europäische Windenergie erlebt einen starken Aufschwung und trägt bereits zu einem Fünftel der gesamten EU-Stromversorgung bei, wodurch die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten merklich sinkt. Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten haben die Ausgaben für fossile Energieträger um rund 22 Milliarden Euro zugenommen. Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands WindEnergie, unterstützt auf dem WindEurope-Jahresevent den Madrid Call to Action, um Ausbau, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit durch Wertschöpfung und Netzentwicklung zu forcieren.
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Starker Windenergieausbau schützt Europa vor Preisschocks und teurer Importabhängigkeit
Europäische Windenergie entwickelt sich zu einer zentralen Säule der Energiesicherheit und Unabhängigkeit, da sie dazu beiträgt, Versorgungsschwankungen auszugleichen und strategische Abhängigkeiten zu verringern. Ein konsequenter Ausbau der Windkraftkapazitäten ist erforderlich, um ein belastbares, widerstandsfähiges Stromversorgungssystem zu etablieren und drastische Preisanstiege zu verhindern. Laut BWE entstehen der Europäischen Union derzeit tägliche Zusatzkosten von etwa 500 Millionen Euro für fossile Energieimporte, Gelder, die für nachhaltige Investitionen in erneuerbare Energien fehlen dringend langfristig.
Heimische erneuerbare Energie sichert Europas Stromversorgung und strategische Unabhängigkeit
Die Akzentuierung auf nationale, nachhaltige Stromproduktion bezeichnet Heidebroek als Entscheidenden Schlüssel für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Windkraftanlagen sichern dabei eine stabile Stromerzeugung, fördern lokale Wertschöpfung und stärken die politische Unabhängigkeit. Aktuell trägt Windenergie rund 20 Prozent zum EU-Strommix bei, in Deutschland sogar 30 Prozent. Mit Investitionen von 45 Milliarden Euro im Jahr 2025 demonstriert die Branche ihre Entschlossenheit, weiter in Kapazitätsausbau zu investieren und Europas Energiesicherheit nachhaltig zu festigen und auszubauen.
Politik muss Elektrifizierung beschleunigen und Investitionssicherheit sowie Netzausbau vorantreiben
Heidebroek verlangt von politischen Entscheidungsträgern ein eindeutiges Versprechen für die zügige Umstellung auf Elektrifizierung sowie die Schaffung zuverlässiger Investitionsbedingungen und klarer Rechtsrahmen. Sie betont den Bedarf größerer Ausschreibungsvolumina für Windenergieprojekte und den Ausbau robuster Übertragungsnetze. In Deutschland sei die Genehmigungsdauer bereits um die Hälfte gesenkt worden. Nun sei ebenso dringend eine beschleunigte Netzinfrastruktur gefragt, da moderne Energiesysteme nicht auf veralteten Leitungsstrukturen basieren können. Diese Maßnahmen sind entscheidend für künftige Stabilität.
WindEurope-10-Punkte-Plan fordert raschen Ausbau starke Netze und flexible Nachfrage
Die Präsidentin würdigt den von WindEurope verabschiedeten 10-Punkte-Plan und hebt dessen Fokus auf die beschleunigte Ausweitung der Windenergie hervor. Er sieht vor, Netze deutlich zu stärken und die Nachfrage durch flexible Angebote zu optimieren. Zentrale Elemente sind unkomplizierte Lösungen für Direktbelieferung, der Ausbau von Co-Location-Speichern und die vollständige Verwertung jeder erzeugten Kilowattstunde Windstrom. Deutschland soll dabei eine Vorreiterrolle übernehmen, während die heimische Windkraftbranche ihre Einsatzbereitschaft bekräftigt und politische Unterstützung erwartet.
Der „Madrid Call to Action“ zusammen mit dem 10-Punkte-Plan von WindEurope formuliert konkrete Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungsprozessen für Windkraftprojekte. Parallel dazu setzen sie auf den Ausbau leistungsfähiger Übertragungsnetze und die Implementierung moderner Speichertechnologien, um Windstrom effizient zu integrieren. Diese Strategien sollen Versorgungssicherheit erhöhen, die Abhängigkeit von fossilen Importen reduzieren und durch stabile Strompreise Resilienz im europäischen Energiesystem stärken. Sie fördern gleichzeitig lokale Wertschöpfungsketten und bieten Investoren deutliche langfristige Planungssicherheit.

