Während der XPONENTIAL Europe 2026 in Düsseldorf trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von 25 Führer Unternehmen der europäischen Drohnen- und Drohnenabwehrindustrie unter Leitung von Flottillenadmiral Christian Bock vom Bundeswehr-Innovationszentrum Erding. Im Rahmen eines Round-Table-Dialogs wurden Herausforderungen analysiert, Lieferketten gestärkt und wirtschaftliche sowie technische Rahmenbedingungen definiert. Eine gemeinsam unterzeichnete Absichtserklärung verpflichtet zur Steigerung der Produktionskapazität auf über 100.000 Drohnen und Abwehrsysteme bis 2027, um Europas Sicherheit und technologische Autonomie zu gewährleisten.
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Bock lädt 25 Industrievertreter zum Round Table Drohnenproduktion ein
Im Rahmen der XPONENTIAL Europe 2026 traf sich Flottillenadmiral Christian Bock in Düsseldorf mit 25 Expertinnen und Experten aus den Bereichen europäische Drohnenproduktion und Drohnenabwehrtechnik. Ziel war es, durch intensiven Austausch mögliche Engpässe in Fertigung sowie Zulieferketten zu identifizieren und gemeinsam Strategien zur Skalierung industrieller Produktionskapazitäten zu entwickeln. Dabei fokussierten die Teilnehmer auf technologische Unabhängigkeit, standardisierte Prozesse und nachhaltige Kooperationen zur Absicherung zukünftiger Verteidigungsbedarfsszenarien in Europa sowie rechtliche Rahmenbedingungen einzureichen.
Operative Diskussion beleuchtet zentrale Hürden beim Ausbau skalierbarer Produktionskapazitäten
Im Rahmen des Treffens wurden auf operativer Ebene die wesentlichen Hindernisse analysiert, die beim Ausbau von skalierbaren Produktionskapazitäten bestehen. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Ermittlung der politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, die notwendig sind, um Fertigungsprozesse in den Unternehmen signifikant zu erweitern. Gleichzeitig galt es zu klären, welche strategischen Maßnahmen und Regelwerke erforderlich sind, damit die Branche ihre technologische Unabhängigkeit sichert und langfristig ausbauen kann und eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit fördert.
Europäische Industrie plant Produktion von 100.000 Drohnen bis 2027
Unter der Leitung von Flottillenadmiral Christian Bock verständigten sich die Vertreterinnen und Vertreter darauf, dass bis 2027 jährlich mehr als 100.000 Drohnen sowie Abwehrsysteme in Europa gefertigt werden. Dabei wurden gemeinsame Produktionsziele definiert, um die technologische Souveränität und Resilienz zu stärken. Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sollen optimiert und Lieferketten stabilisiert werden. Investitionssicherheit durch verlässliche Aufträge ermöglicht Skaleneffekte. Die Koordination übernimmt UAV DACH, um einen Bericht an die zuständigen Ministerien vorzubereiten.
Schwerpunkt auf Reduzierung internationaler Zulieferer für signifikant sichere Drohnensysteme
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Minimierung strategischer Abhängigkeiten von internationalen Zulieferern durch gezielte Förderung heimischer Fertigungskapazitäten. Vorrang erhalten hochzuverlässige elektronische Bauteile wie Prozessoren, Leistungselektronik, Antennen, Übertragungstechnologien sowie präzise Sensorik inklusive Kameramodule. Ziel ist es, Drohnensysteme mit durchgehend vertrauenswürdiger Hardware auszustatten. Nur durch sichergestellte Lieferketten von sensiblen Komponenten lassen sich dauerhaft robuste, funktionssichere Plattformen entwickeln, die in kritischen Einsatzszenarien maximale Stabilität und Ausfallsicherheit gewährleisten. Dieser Ansatz stärkt langfristig Europas Verteidigungsfähigkeit.
Unternehmen unterzeichnen Absichtserklärung für Rahmenbedingungen und Produktion 100.000 Einheiten
Am Ende der Verhandlungen unterzeichneten sämtliche beteiligten Unternehmen eine gemeinsame Absichtserklärung, in der sie sich verpflichten, in einem koordinierten Vorgehen die essenziellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu identifizieren und festzulegen. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die industrielle Kapazität bis zum Jahr 2027 auf mindestens 100.000 Drohnen und Abwehrsysteme jährlich zu erweitern. Durch diese Kooperation soll eine solide und dynamische Basis für Investitionssicherheit und technologischen Fortschritt in Europa geschaffen werden können.
UAV DACH koordiniert Bericht empfiehlt Maßnahmen an BMWi BMVg
Der Verband UAV DACH bündelt die Aktivitäten europäischer Hersteller und erstellt einen gemeinsamen Bericht, in dem strategische Maßnahmen zur Stärkung der Drohnenproduktion und Abwehrsysteme aufgezeigt werden. Ziel ist die Analyse bestehender Entwicklungsprozesse, die Identifizierung von Innovationspotenzialen sowie die Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen. Diese Empfehlungen werden bis Januar 2027 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und im Bundesministerium der Verteidigung vorgelegt, um politische Entscheidungsprozesse zielgerichtet zu unterstützen und nachhaltige Förderung privater Investitionen.
Klarheit bei Bestellungen treibt langfristige Investitionssicherheit und Kapazitätsausbau voran
Schon aktuell zeigt sich deutlich, dass verlässlich planbare und präzise terminiert zugeordnete Bestellungen zentrale Triebkraft für Produktionsvorhaben darstellen. Konsistente und langfristig zugesagte Abrufe schaffen unternehmerische Sicherheit und stärken das Vertrauen von Kapitalgebern. Auf dieser Basis können Hersteller Investitionen in Anlagen und Prozesse fest kalkulieren, effizient skalieren und operative Ressourcen optimal auslasten. Dadurch wird der Ausbauschritt vorhandener Fertigungskapazitäten nachhaltig möglich und strategisch planbar. Wirtschaftliche Stabilität und Planungssicherheit werden dauerhaft nachhaltig etabliert.
Unter Leitung von Flottillenadmiral Christian Bock und dem europäischen Industrieverband UAV DACH wurde nun eine strukturierte Zusammenarbeit etabliert, die klare Meilensteine für die Drohnen- und Drohnenabwehrindustrie in Europa festlegt. Einheitliche Zielvorgaben, eine verbindliche Absichtserklärung und Maßnahmen zur Stärkung der Lieferkettenresilienz sorgen dafür, dass bis spätestens 2027 jährlich mehr als 100.000 unbemannte Luftfahrzeuge und Abwehrsysteme produziert werden können. Diese Initiative trägt wesentlich zur technologischen Souveränität, Arbeitsplatzsicherung und Sicherheitsstärkung des Kontinents bei.

